Test: Wärmebildkamera InfiRay Cabin CBL19

Dieses Mal möchten wir eine der 2021er Neuheiten von InfiRay vorstellen – das InfiRay Cabin CBL19. An dieser Stelle möchten wir uns gleich bei InfiRay Outdoor, für die mehrwöchige Bereitstellung eines Testgerätes, bedanken.

Das Handgerät CBL19 ist das erste Wärmebildmonokular aus der Cabin Reihe. Im Gegensatz zu einem Vorsatzgerät, kann diese Wärmebildkamera nicht auf eine Zieloptik montiert werden, sondern dient als reines Beobachtungsgerät.

Mit einer Länge von 165 mm und einem Gewicht von 380 g (ohne Akku), wirkt die Wärmebildkamera auffallend kompakt und durch die Handschlaufe erinnert einen das Gerät an einen Camcorder oder an ein Pulsar Gerät der Axion Serie, nur dass sich das InfiRay Gerät optisch noch durch die eingebaute Taschenlampe abhebt. Erstmals lassen sich die Akkus bei einem InfiRay Handgerät tauschen.

Lieferumfang

Geliefert wird das InfiRay Cabin CBL19 in einer Tragetasche, die sämtliches mitgeliefertes Zubehör beinhaltet. Die Tasche wirkt sehr durchdacht und aufgeräumt, die Kamera wird darin mittels Klettband gesichert und für die Akkus gibt es separate Schlaufen. Im Lieferumfang sind gleich 2 Stück der 3,6 V 3.100 mAh Akkus enthalten. Einer der beiden Akkus befindet sich bereits im Wärmebildgerät. 

  • Wärmebildgerät InfiRay Cabin CBL19
  • Tragetasche
  • 2 Akkus (davon einer bereits im Gerät)
  • Ladestation für 2 Akkus
  • Netzteil
  • USB-Kabel (Typ C und Videoausgang)
  • Handschlaufe
  • Nackengurt
  • Reinigungstuch
  • Garantiekarte
  • Bedienungsanleitung

Technische Daten

  • Objektiv: 19 mm
  • Grundvergrößerung: 2-fach
  • digitale Vergrößerung: bis 8-fach
  • Blende: 1.0
  • Sensorgröße: 384 x 288 Pixel
  • Sensorart: VOx
  • Pixelgröße: 12 µm
  • NETD: ≤ 40 mk
  • Sehfeld auf 100 m: 24,2 m
  • Sehfeld in Grad: 13,8 º x 10,4 º
  • Erkennungsdistanz: 980 m
  • Bildfrequenz: 50 Hz
  • Displayauflösung: 1280 x 960 Pixel
  • Displaytyp: LCOS
  • Akku: Li-Ion 3,6 V – 3.100 mAh
  • Akkulaufzeit pro Akku: bis zu 7,5 h
  • interner Speicher: 16 GB
  • Abmessungen: 165 x 50 x 85 mm
  • Gewicht: 380 g (ohne Akku)
  • 1/4 Zoll Stativgewinde
  • integrierte Taschenlampe: 3 W
  • USB-C Ladeanschluss
  • Schutzklasse: IP65

Features

  • Bewegungssensor
  • elektronischer Kompass
  • Lagensensor
  • stadiametrischer Entfernungsmesser
  • Bild in Bild Funktion
  • Fotoaufnahme
  • Videoaufnahme
  • W-Lan (WiFi) Funktion (Stream auf Tablet, Smartphone)
  • manueller Fokus (Objektiv)
  • Dioptrien-Ausgleich
  • 5 Farbpaletten

In der Praxis

Bei dem InfiRay Cabin CBL19 handelt es sich um ein äußerst kompaktes Wärmebildgerät, das in die Jackentasche passt. Gehalten wird es über eine verstellbare und gepolsterte Schlaufe, welche man bereits von Videokameras kennt. Der mitgelieferte Trageriemen kam bei uns nicht zum Einsatz.

Die Grundbedienung ist sehr simpel. Das CBL19 ist mit 4 Tasten zu bedienen und man kann das Gerät gleich zum Beobachten, ohne Lesen der Bedienungsanleitung, verwenden. Da aber viele der extra Features über eine Doppelbelegung der Tasten erreichbar sind, muss man am Anfang doch hin und wieder einmal einen Blick in die Beschreibung werfen, um z.B. die Taschenlampe, Bild in Bild Modus, Entfernungsmesser, … zu aktiveren.

Zwischen den Tasten befindet sich ein schmaler Steg, der die Tasten trennt. Der Steg könnte etwas höher ausfallen, so dass er noch besser fühlbar wird. Lediglich die Aus-Ein-Taste ist etwas abgesetzt. Aber nach einer Eingewöhnungszeit, weiß man wo welche Taste liegt.

Das Systemmenü ist klar aufgebaut und die wichtigsten Funktionen sind selbstbeschreibend. In der Regel gibt es hier, außer der Systemzeit nicht viel einzustellen. Lediglich die Wifi-Funktion (WLAN) und der Ultraclear-Modus ist hier zum Aktivieren. Öfters benötigt man das Menü für die Darstellung. Das Menü lässt sich mit dem aktuellsten Update auch auf Deutsch umstellen. Im Menü lässt sich sogar die „verräterische“ Status-LED deaktivieren.

In vielen Beiträgen wird fälschlicher Weise davon berichtet, dass bei 19 mm weniger Licht auf den Sensor gelangt – völliger Humbug! Die 19 mm sind kein Qualitätsmerkmal, sondern bieten, wenn man in der Fotosprache titulieren mag, mehr Weitwinkel. Weiters nimmt der Sensor kein Licht auf, sondern Wärmestrahlung!

Für wen bzw. für welchen Einsatzbereich ist dieses Gerät gedacht? Mit dem 19 mm Objektiv und einem Sehfeld von etwas über 24 m auf 100 m, eignet sich diese Wärmebildkamera von InfiRay für bewaldete Gebiete bzw. Pirsch und Ansitz im Wald oder auf freien Flächen bis 200/300 m. Mehr Weitwinkel bedeutet allerdings, dass man mit Einbußen auf weitere Entfernungen rechnen muss. Das 19 mm Objekt sitzt relativ weit im Gehäuse und ist somit gut vor dem Zerkratzen geschützt. Der Objektivdeckel ist aus einem gummiähnlichen Material und schützt zusätzlich noch vor Fremdkörpern. Der Deckel hat uns nicht ganz so gut gefallen – da gibt es elegantere Lösungen. Tipp: Sollte sich die Kappe öfters lösen, dann einfach die Ränder des Deckels nach innen knautschen, nun passt der Deckel wieder prima auf den Objektivschacht.

Das CBL19 ist nicht shutterless – d.h. das Gerät muss kalibriert werden, da der Sensor während des Betriebes an Temperatur zunimmt. Dieses Kalibrieren verursacht ein Klacken. Bei dem InfiRay Cabin CBL19 ist das Geräusch zwar vernehmbar, aber dennoch sehr leise – Geräte von Mitbewerbern sind da um einiges lauter. Das automatische Kalibrieren kann allerdings deaktiviert werden und mittels kurzem Klick auf den Ausschalter kann man den Sensor manuell Kalibrieren.

Fokussiert wird bei diesem Monokular nicht über ein Stellrad oder Einstellring, sondern über einen Schieber auf der Geräteunterseite – das ist doch sehr ungewöhnlich, aber er lässt sich gut mit der zweiten Hand und Handschuhen bedienen.

Auf der Unterseite befindet sich ebenfalls ein sehr gängiges 1/4 Zoll Stativgewinde für die Montage an diverse Kugelköpfe, Getriebeneiger, Videoköpfe oder spezielle Montage-Schienen.

Kommen wir nun zum Akku, die Cabin-Serie bietet im Gegensatz zu der altbekannten Eye-Serie, eine Möglichkeit zum Akku tauschen an. Ganz besonders großartig finden wir, dass hier gleich 2 Stück der Li-Ion 3,6 V – 3.100 mAh Akkus mitgeliefert werden. Genial ist auch die Farbmarkierung zum Einlegen der Akkus.

Ein Akku soll bis zu 7,5 Stunden halten – das konnten wir noch nicht bestätigen, da wir dazwischen immer wieder Fotos und Videos aufnahmen und auch die Datenübertragung per WiFi (W-LAN) nutzten. D.h. laut der technischen Daten soll man mit den beiden Akkus eine Laufzeit von bis zu 15 Stunden erhalten.

Das Laden der Akkus übernimmt der mitgelieferte Dual-Charger mit USB-C Anschluss. Das Laden der Akkus dauert doch mehrere Stunden, aber die Wärmebildkamera kann zusätzlich mittels Powerbank und USB-C Kabel benützt werden. 

Nun aber genug vom ganzen Rundherum! Wir wollen nun endlich zeigen, was das Gerät kann.

Vorab möchten wir noch festhalten, dass die Fotos und Videos nicht bearbeitet wurden. Es wurde nichts nachgeschärft oder korrigiert – die Daten wurden lediglich über die App auf das Smartphone übertragen.

Was die InfiRay App betrifft, die zwar einfach zu bedienen, aber dennoch umfangreich ist, wird es einen eigenen Beitrag geben.

Beispielbilder

Die heruntergeladenen Bilder hatten bei uns eine Auflösung von 768 x 576 Pixel.

Rehwild ist auf 200 m noch gut erkennbar und auch als Rehwild ansprechbar. Mit diesem Ergebnis haben wir so nicht gerechnet.

 

Am linken Bild wurde die Farbvariante black hot ausgewählt, welche zur besseren Ansprache empfohlen wird. Rechts wurde white hot verwendet und dient ebenfalls zur besseren Ansprache – hier sind sogar Temperaturabstufungen am Wildkörper erkennbar.

 

Beim Rehbock (rechtes Bild) ist die Trophäe nicht erkennbar, da sie sich der Umgebungstemperatur anpasst.

 

Hase mit den Farbpaletten black hot und white hot.

 

Kühe in einer Waldlichtung. Links white hot und rechts highlight und ultra clear. Mit der Farbpalette highlight werden die kälteren Bildbereiche abgedunkelt, um die Wärmesignaturen besser hervorzuheben. Das rechten Bild wurde auch mit dem Ultra clear Modus erstellt – da sieht man, dass das Cabin CBL 19 das Bild nachschärft und den Kontrast nochmal erhöht. Der Modus ist speziell bei Regen oder Nebel von Vorteil.

 

Rechts ist der Wildkörper eines Rehbocks erkennbar. Da die Wärmebildkamera nicht durch Objekte „hindurchschauen“ kann, ist das Haupt des Bockes nicht erkennbar.

 

Beispielvideo

Die heruntergeladenen Videos hatten, wie die Bilder, eine Auflösung von 768 x 576 Pixel. Die Videos sind nicht bearbeitet und wurden lediglich automatisch hochskaliert. Wird während dem Filmen die Kamera (automatisch) kalibriert, so ist das auch am Video mit einem kleinen 0,5 Sekunden langen Aussetzer sichtbar.

InfiRay Cabin CBL25

Wem die 19 mm zu wenig sind, InfiRay hat vor kurzem ein weiteres Gerät der Cabin Serie mit einem 25 mm Objektiv vorgestellt – hier verringert sich das Sehfeld auf ca. 18 m und die Erkennungsdistanz verlängert sich dabei um 300 m. Baugröße/Bauform ist identisch mit dem CBL19.

Fazit

Der UVP vom InfiRay Cabin CBL19 liegt bei € 1.850,- und im Fachhandel wird das Gerät bereits um ca. € 1.550,- bis € 1.600,- angeboten. Wenn man den Preis, den Lieferumfang und die Funktionalität betrachtet, dann ist diese Wärmebildkamera ein echter Preis/Leistungssieger. 

Der 384 x 288 Pixel große Sensor macht wirklich hervorragende Bilder, die am 1280 x 960 Pixel großem Bildschirm klar und deutlich dargestellt werden. Das 19 mm Objektiv ist aus unserer Sicht ideal für Reviere mit großem Waldanteil bzw. für kurze bis mittlere Distanzen in Mischrevieren. Für große/weite Felder bzw. längere Distanzen sind Wärmebildgeräte mit einem 35 mm Objektiv idealer.

Die Handlichkeit bzw. die kompakte Bauweise sticht bei diesem Gerät besonders hervor. Was uns nicht ganz so gut gefallen hat, ist die Tastenleiste, da könnte man die Tasten besser „spürbar“ trennen. Genial fanden wir das Wechselakkusystem – im nu ist der Akku getauscht und das Cabin CBL19 wieder einsatzbereit. Die integrierte 3 Watt starke Lampe kam öfters als gedacht zum Einsatz und ist mehr als nur ein Gimmick.

Das Feature zum Fotografieren und Filmen braucht man nicht vermissen, die Ergebnisse sind richtig gut und bringen so manchen zum Staunen. Auch die App verbindet sich immer zuverlässig mit der Kamera – die Konnektivität muss vorher im Systemmenü aktiviert werden.

Wärmebildkameras sind auch bei Tageslicht äußerst nützlich und werden als Beobachtungsgeräte immer beliebter. Die Jagd braucht sich also nicht vor neuer Technik, sofern sie sinnvoll und weidgerecht eingesetzt wird, zu verstecken.
Wir vergeben für die Wärmebildkamera Cabin CBL19 von InfiRay 5 von 5 Krickerl.

Wertung_5

Link zu InfiRay Outdoor: www.infirayoutdoor.com
Link zu MAWA: www.mawa-trading.at

Wärmebildkamera: Begriffe (Teil 1)

Mit diesem Artikel möchten wir eine kleine Serie zu den Wärmebildgeräten starten. Beginnt man sich mit der Wärmebildtechnik etwas zu beschäftigen, stößt man über eine Vielzahl von technischen Begriffen, die noch nicht zuordenbar bzw. geläufig sind. Wir wollen mit diesem ersten Teil einige Wissenslücken schließen.

Sichtfeld

Das Sichtfeld wird meistens in Grad angegeben und definiert das Sehfeld.
Will man das Sichtfeld von Grad auf Meter umrechnen, dann sollte folgende Formel angewendet werden:
Sehfeld auf 100 m = Sehwinkel horizontal x 1,75
Ein Gerät mit einem horizontalen Sichtfeld von 11 ° hat auf 100 m ein Seefeld von 19,26 m.

Sensor-/ Detektor-Sensitivität (NETD)

Die Sensor-Sensitivität, auch oft als NETD (noise equivalent temperature difference) bezeichnet, ist ein Indikator für die Wärmeempfindlichkeit des Detektors, um kleine Unterschiede in der Wärmestrahlung zu erkennen. Der NETD wird in Millikelvin mK gemessen. Aktuelle Wärmebildkameras haben Detektoren mit einer Sensitivität von ≤ 50 mK.
Je niedriger der Wert, desto besser sollte der Detektor sein. 

Sensor Pitch

Pixelabstand zwischen zwei Pixel, gemessen in Mikrometer. Standardmäßig 17 µm, neuere bzw. aktuelle Geräte besitzen einen Sensor mit 12 µm Pixelabstand. Je geringer dieser Wert ist, desto besser sollte die Gesamtleistung bzw. Erkennungsreichweite sein.

VOx Sensor

VOx (Vanadium Oxid) Sensoren besitzen sehr gute Wärmeleitfähigkeit und die gängigsten Thermalgeräte sind bereits mit diesem Sensor ausgestattet. Mittlerweile werden Wärmebildsensoren mit a-Si (amorphes Silizium) mit ähnlicher Empfindlichkeit entwickelt und hergestellt.

Sensorauflösung

Der Detektor einer Wärmebildkamera enthält im Thermogramm so viele Pixel (Bildpunkte) wie in der Sensormatrix angeordnet sind. Wird die Sensorgröße mit 320 x 240 Pixel angegeben, ergibt das eine Auflösung von 76.800 Pixel, d.h. es gibt dazu 76.800 Messwerte.

Ein Sensor mit 384 x 288 Pixel klingt erstmal nicht viel mehr als 320 x 240 Pixel, aber dieser kann bis zu 110.592 Messwerte ausgeben und das ergibt eine Steigerung von fast 30 %.

Wärmebildgeräte der oberen Preisklasse enthalten einen Sensor mit 640 x 480 Pixel, was eine Anzahl von 307.200 Pixel ergibt.

Sensorauflösung Messwerte / Anzahl der Pixel 
80 x 60 Pixel 4.800
160 x 120 Pixel 19.200
320 x 240 Pixel 76.800
384 x 288 Pixel 110.592
640 x 480 Pixel 307.200

Mikrobolometer

Als Mikrobolometer wird ein thermischer Sensor zur Detektion von elektromagnetischer Strahlung bezeichnet.

Bildwiederholrate/Bildwiederholfrequenz

Wird in Hertz (Hz) angegeben und gibt an, wie oft das Bild erneuert wird. Günstige Geräte mit einer Bildwiederholfrequenz von z.B. 9 Hz haben beim Schwenken kein ruhiges bzw. kein ruckelfreies Bild. Aktuelle Geräte sollten eine Bildwiederholrate von mindestens 25 Hz oder mehr besitzen.

LCOS Display / AMOLED Display

AMOLED (active matrix organic light emitting diode) Displays haben eine schnellere Bilddarstellung und einen höheren Kontrast im Gegensatz zu LCOS (liquid crystal on silicon) Displays.

Test: Kahles HELIA Rangefinder 8×42

Entfernungsmesser erfreuen sich mit wachsender Beliebtheit und sind bei der Jagd äußerst hilfreich, um Entfernungen richtig abschätzen zu können. Ferngläser mit integriertem Distanzmesser sind noch hilfreicher, zumal die Vergrößerung größer und die Lichtstärke höher ist, außerdem spart man sich a) Gewicht b) Platz und c) zusätzliche Handgriffe.

Ein Fernglas mit Distanzmessung möchten wir vom österreichischem Hersteller Kahles vorstellen: Kahles HELIA Rangefinder 8×42.

Kahles ist ein österreichisches Traditionsunternehmen welches 1898 in Wien gegründet wurde. Allen Jägern und Sportschützen ist dieses Unternehmen durch die hervorragenden Zieloptiken bekannt.

Unboxing HELIA Rangefinder 8×42:

Technische Daten:

  • Vergrößerung: 8-fach
  • Objektivdurchmesser: 42
  • Dämmerungszahl: 18,3
  • Nahfokus: ab 10 m
  • beidseitiger Dioptrieausgleich
  • Messbereich: 10-1.500 m
  • Messgeschwindigkeit: 1 Sekunde
  • Messfunktionen: Einzelmessung und Scan
  • Messgenauigkeit: +/- 1 m bei einer Messung bis 100 m; +/- 2 m bei einer Messung bis 1.000 m; +/- 5 m bei einer Messung ab 1.000 m; 
  • OLED Display mit 5 Helligkeitsstufen
  • Stickstofffüllung
  • Winkelkorrektur
  • Lodenschutz von Waldkauz
  • Höhe / Breite / Tiefe: ca. 148 x 131 x 71mm
  • Gewicht: 880 g
  • 10 Jahre Garantie
  • 2 Jahre Garantie auf die Elektronik

In der Praxis

Gleich vorweg muss man sagen, dass das Glas in China gefertigt wird – was für Kahles eigentlich untypisch ist, aber Entwicklung, die technischen Spezifikationen, Qualität/Kontrolle, Haptik und Design stammen jedoch aus Guntramsdorf. Den Rangefinder gibt es in 8 und 10-facher Vergrößerung. Da wir für die Jagd ausschließlich Ferngläser mit 8-facher Vergrößerung verwenden, haben wir uns für das 8×42 Glas entschieden.

Nach dem Auspacken sind uns sofort einige Punkte aufgefallen, die sich deutlich von deren Mitbewerbern abheben. Zum einem ist das die braune Gummiarmierung und zum anderem ist das der Lederriemen und Lodenschutz der bekannten deutschen Firma Waldkauz.

Ja, die Firma Waldkauz beliefert Kahles mit Zubehör, einen Leder-Wollfilz-Riemen und ein Lodenschutz für Okular und Objektiv. Der Schutz aus braunem Gebirgsloden lässt sich lautlos abnehmen und anbringen. Vor allem ist das der erste Schutz, der richtig lautlos ist!

Was wir allerdings vermissen, ist eine Transporttasche für das Fernglas. Speziell für den Transport ins Revier und zur Aufbewahrung vom Reinigungstüchern wäre so eine Tasche richtig hilfreich.

Das erste Hands-on war sehr angenehm. Die Gummiarmierung fühlt sich richtig gut an, auch wenn man verschwitze Hände hat! Hier wurde ein angenehmes Material, das sich auch leicht reinigen lässt, gewählt. Auf der Unterseite von jedem Tubus ragt jeweils eine Erhebung heraus, darin befindet sich die Messelektronik. Trotz dieser Verdickung finden wir die Haptik richtig gut.

Richtig positiv ist, dass jeder Tubus einen Dioptrienausgleich besitzt. Mit der rechten Korrektur stellt man das OLED-Display und am linken Okular den linken Tubus scharf. Ein großer und leicht erreichbarer Mitteltrieb dient wie gewohnt zur Fokussierung.

Natürlich ist das Glas auch mit Drehaugenmuscheln ausgestattet. Hier kann man zwischen 4 Positionen wählen und die Augenmuscheln rasten ordentlich ein bzw. halten Ihre Position sehr gut. Brillenträger können den RangeFinder ebenfalls optimal verwenden, in dem man die Augenmuscheln bis zum Anschlag im Uhrzeigersinn hineindreht.

An der Unterseite ragt etwas die Batterieaufnahme heraus, die eine CR2 Batterie, die bei uns im Lieferumfang enthalten war, aufnimmt. Das Batteriefach und der Deckel sind eloxiert und reflektieren bei Sonnenschein nicht! Die Batterie soll für ca. 3.000 Messungen ausgelegt sein.

Kommen wir nun zur Distanzmessung. Das Gerät ist so aufgebaut, dass es sofort ohne Lesen der Bedienungsanleitung benützt werden kann. Zum Messen wird der Knopf mit der Vertiefung kurz gedrückt. Der zweite Knopf, die Modustaste, dient zur Einstellung der Display-Helligkeit und man kann hier eine von 5 Beleuchtungsstufen wählen. Bleibt man länger als 3 Sekunden auf dem Messknopf, dann wird laufend gemessen – man nützt dann die Scanfunktion.
Fast jede Messung war erfolgreich, Probleme gab es nur, wenn die Witterungsverhältnisse nicht ideal waren, wie z.B. bei Nebel – aber da haben auch andere Distanzmesser größte Probleme.

Richtig hilfreich bzw. für die Bergjagd unverzichtbar ist die Winkelfunktion, hier kann man im Menü (drücken der Modustaste für mehr als 3 Sekunden) zwischen 2 Modi auswählen: Riflemans-Rule oder Kahles EAC-Funktion (Enhanced Angle Compensation). Rifelemans-Rule wird auch im Reloada verwendet. Die EAC-Funktion ist eine Weiterentwickung und sorgt für einen Winkel ab 40° oder Entfernungen ab 400m für eine genauere Berechnung der Schussentfernung. Im Menü kann auch noch die Maßeinheit für die Entfernung zw. Meter und Yards angepasst werden.

Der RangeFinder liefert in der Mitte ein richtig knack-scharfes und klares Bild, im Randbereich ist nur eine geringe Unschärfe erkennbar. Das Bild im rechten Tubus ist etwas dunkler, das liegt am implementierten OLED-Display. 

Mit 880 Gramm ist das Gewicht noch richtig angenehm und wiegt lediglich um ca. 130 Gramm mehr als das Kahles Helia 8×42 ohne Distanzmessung.

Die Garantie für das Fernglas beträgt 10 Jahre – für die Elektronik bzw. Messtechnik allerdings nur 2 Jahre. Der Kahles Helia RangeFinder kostet ca. € 1.550,- im Fachhandel und hat für uns in dieser Kategorie ein großartiges Preis-/Leistungsverhältnis. Uns hat das Helia RF richtig überzeugt, deshalb vergeben wir 5 von 5 Krickerl.
Wertung_5

Link zum Hersteller: Kahles Helia RangeFinder 8×42

Fernglas-Test: Steiner Ranger Xtreme 8×42

Bei den Ferngläsern gibt es ein Preissegment das sehr hat umkämpft ist. Es ist die Preisklasse unter den hochpreisigen Ferngläsern. Und da gibt es so einige Marken die Produkte anbieten. Wir haben uns ein Glas aus dem Hause Steiner genauer angesehen.

Steiner Optik

Steiner Optik, mit Sitz in Bayreuth (Bayern) produziert seit über 60 Jahren Ferngläser und ist bekannt für Armee-, Marine- und Outdoor-Ferngläser. Aber auch für den jagdlichen Bereich werden Ferngläser produziert. Vor allem brachte Steiner, in den letzten Jahren mit dem 8×56 Nighthunter, viel Bewegung in den Markt hinein, was auch viele überaus positive Testberichte belegen. Aus diesem Grund wollten wir ein 8×42 Glas von Steiner testen.

Steiner Ranger Xtreme 8×42

Für die Jagd verwenden wir ausschließlich Ferngläser mit 8-facher Vergrößerung. Deshalb haben wir uns für das Ranger Xtreme 8×42 entschieden.

Lieferumfang
  • Steiner Ranger Xtreme 8×42
  • Tasche (inkl. Tragegurt)
  • Regenschutzdeckel
  • Objektivschutzklappen
  • ClickLoc Neoprentragegurt
  • Bedienungsanleitung
  • Putztuch
Spezifikationen
  • Vergrößerung: 8-fach
  • Objektivdurchmesser: 42 mm
  • Gewicht: 780 g
  • Abmessungen: 125 x 147 x 63 mm (B/H/T)
  • Lichtstärke: 27,60
  • Dämmerungszahl: 18,3
  • Sehfeld auf 1000 m: 125 m
  • Nahfokusbereich: 1,90 m
  • Wasserdicht: bis 3 m
  • Stickstofffüllung: Ja
  • Garantie: 10 Jahre

In der Praxis

Genug von den technischen Daten – nun wollen wir sehen, was das Fernglas in der Praxis taugt.

Transportiert wird das 8×42 in einer großzügigen Tasche. Verschlossen wird die Tasche mittels Reißverschluss – dieser ist deutlich leiser als ein Klettverschluss. Einzige Anregung zur Tasche: ein kleines Fach für z.B. das mitgelieferte Reinigungstuch wäre vorteilhaft.

Das 780 g schwere Fernglas lässt sich, mit dem Neopren-Tragegurt, angenehm tragen. Der Neopren-Polster ist mit einer Länge von ca. 36 cm und einer Breite von ca. 4 cm, für ein Glas in dieser Preisklasse, sehr großzügig bemessen.

Ein weiteres Highlight des Tragegurts ist das ClickLoc-System, mit einem Handgriff kann man den Gurt schnell und vor allem lautlos vom Fernglas lösen. Das ist speziell beim Ansitz von Vorteil, wenn man das Glas gerne auf der Bank ablegt – da bleibt das Fernglas beim Anheben nirgends hängen.

Das Xtreme 8×42 verfügt über eine NBR Longlife Gummiarmierung. Sie schützt nicht nur das Fernglas vor Öl oder Säure, sondern bleibt auch bei Nässe oder Kälte griffig und rutschfest. Sie hat allerdings den Nachteil, dass auch Schmutz und Staub leichter haften bleibt. Auf der Unterseite befinden sich Daumenmulden, die zusätzlich den Komfort steigern.

Die beiden Okulare besitzen Augenmuschelklappen aus hautfreundlichem Silikon. Die Klappen schützen vor störendem Seitenlicht. Brillenträger können diese lautlos umklappen – durch einen Dreh lassen sich die Augenmuscheln verstellen. Die beiden Objektive werden ebenfalls durch abnehmbare Schutzdeckel geschützt.

Fokussiert wird das Fernglas mittels Fokusierrad am Mitteltrieb. Das Rad ist extra groß und lässt sich auch mit Handschuhen gut bedienen. Ab ca. 2 m kann scharfgestellt werden. Am linken Okular befindet sich der Dioptrienausgleich.

Ein Beschlagen der Linsen von innen ist Dank der Stickstofffüllung nicht möglich. Temperaturschwankungen beeinträchtigen somit das Fernglas nicht. Eine Stickstofffüllung sollte für Jagdferngläser Standard sein.

Nun zur Optik, Steiner bewirbt das Glas auch mit dem Titel High-Contrast-Optik. Und hier wurde nicht zu viel versprochen. Die Linsen liefern selbst bei schlechtem Licht klare, helle und vor allem kontrastreiche Bilder. Die chromatische Aberation tritt nur minimal am Bildrand auf und ist fast nicht erkennbar.

Eine chromatische Aberatrion (CA) ist eine Farbverfälschung, die sich meist als grün/violetter Farbsaum äußert.

Das Ranger Xtreme 8×42 liefert in der Mitte ein richtig scharfes und klares Bild. Allerdings ist im Randbereich eine Unschärfe erkennbar – für ein Fernglas in dieser Preisklasse ist das aber vernachlässigbar.

Die Garantie beträgt 10 Jahre, davon ausgekommen sind Schutzkappen, Augenmuscheln und weitere Verschleißteile.

Mit dem Steiner Ranger Xtreme 8×42 hält man für ca. € 500,- bis 600,- ein robustes aber dennoch ausgewogenes Fernglas in der Hand und die hervorragend optische Leistung überrascht in diesem Preissegment. Wir vergeben für dieses Fernglas 5 von 5 Krickerl.
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Link zum Hersteller: Steiner Ranger Xtreme 8×42

Digiscoping: G-line smart shoot adapter

Digiscopeing am Zielfernrohr? Aufnehmen was man gerade sieht? Ja das alles ist möglich und es gibt sogar schussfeste Lösungen. Und genau mit diesen schussfesten Lösungen hat sich Jagdnet.com beschäftigt.

Speziell zum Dokumentieren von Wild (u.a. Hirsche, Rehböcke, usw.) sind diese Adapter perfekt geeignet und gerade wenn man die Spiegelreflexkamera mit großem Teleobjektive nicht immer mitführen will ist ein Scope-Adapter unverzichtbar – ein Durchfotografieren mit Smartphone am Spektiv oder Zielfernrohr geht meistens schief!

Im ersten Beitrag der Serie wird der G-line smart shoot adapter – SSA 38-43, ein Zielfernrohr-Adapter für Smartphones (Handy/Mobilfunkgerät/Telefon) von der slowenischen Firma G-line, vorgestellt.

Der G-line smart shoot adapter – SSA 38-43 ist CNC gefertigter Adapter der auf das Okular des Zielfernrohrs montiert wird. Das Smartphone wird hier nicht eingehängt oder mit Klipps befestigt sondern richtig verschraubt. Hochfestes Aluminium und Edelstahl verleihen diesem Produkt nicht nur eine hohe Wertigkeit sondern auch die nötige Stabilität um schussfest zu sein. Getestet wurde die Schussfestigkeit von anderen Anwendern mit z.B. einer Steyr HS .50 – Video dazu einfach bei YouTube suchen.

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G-line smart shoot adapter – SSA 38-43: 2 hochwertige Schachteln / Boxen

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G-line smart shoot adapter – SSA 38-43: Platte und Adapter

Die Platte wird mittels 4 Torx-Schrauben am Adapter befestigt. An dieser Stelle muss erwähnt werden, dass sich ein passender Schraubendreher im Lieferumfang befindet.

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G-line smart shoot adapter – SSA 38-43: Adapter mit Platte und Schraubendreher

Auf der Platte wird wiederum das Telefon verschraubt. Zwischen Schraube und Telefon befindet sich ein Kunststoffblättchen um das Display zu schützen. Auf der Vorderseite der Platte befindet sich das Logo im grellen orange – wird vom Wild aber nicht erkannt.

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G-line smart shoot adapter – SSA 38-43: in wenigen Augenblicken montiert

Dass der G-line smart shoot adapter – SSA 38-43 auf Zielfernrohren mit Okular-Außendurchmesser von 38-43 mm passt, geht aus der Produktbezeichnung SSA 38-43 hervor und ist derzeit nicht dediziert auf der Herstellerseite vermerkt. Aber nach Rücksprache mit dem Hersteller wurde uns zugesichert, dass weitere Adapter für größere Durchmesser geplant sind.

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G-line smart shoot adapter – SSA 38-43: am Zielfernrohr befestigt

Wichtig ist, dass der Adapter bist zum Anschlag aufgesetzt wird, ansonsten wird die Linse vom Okular immer scharf gestellt.

Um den schwarzen Rand vom Zielfernrohr auszuschließen, zoomt man einfach am Smartphone in den Telebereich bis der schwarze Rand nicht mehr angezeigt wird.

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G-line smart shoot adapter – SSA 38-43: mit dem iPhone 4 aufgenommen

Schießen und Filmen ist wie im angehängten Jagdnet.com YouTube Video möglich. Jedoch ist zu beachten, dass sich der Augenabstand zur Optik bzw. zum Smartphone verringert. Man muss dann doch etwas nach hinten weichen – am Schießstand kann man einen kleinen Sandsack/Auflagesack zwischen Schaft und Körper klemmen, um so den Schaft zu verlängern.

 

Unterstütze Telefone (Stand August 2014):

  • iPhone 4/4s
  • iPhone 5/5s
  • iPhone 5c
  • HTC one
  • LG G2
  • Samsung galaxy s2
  • Samsung galaxy s3
  • Samsung galaxy s3 mini
  • Samsung galaxy s4
  • Samsung galaxy s4 mini
  • Samsung galaxy s5
  • Samsung galaxy note 2
  • Samsung galaxy note 3
  • Samsung galaxy xcover 2
  • Samsung galaxy core i8260
  • Sony xperia c6603
  • Sony xperia z1
  • Sony xperia z1 compact

PRO:

  • hochwertige Verarbeitung
  • stabile Bauweise
  • innovatives Produkt
  • lässt sich sehr rasch montieren
  • iPhone bzw. Smartphone ist gut und sicher befestigt
  • extrem Schussfest – getestet mit Steyr HS .50

CONTRA:

  • Bei Optiken mit niedriger Montage ist unter Umständen ein Repetieren nicht möglich
  • Vorerst nur für Zielfernrohre mit einem Okular Außendurchmesser von 38-43 mm erhältlich (Stand August 2014)

Preis:

Der Preis für den G-line smart shoot adapter – SSA 38-43 wird auf der Herstellerseite mit € 179,80 (Stand: August 2014) angeführt. Das sehr hochwertige und leichte Material rechtfertigt  diesen Preis.

Fazit:

Dieser sehr durchdachte Smartphone Adapter für Zielfernrohre wird zukünftig im Jagdrucksack sehr oft mitgeführt werden. In Kombination mit einem Smartphone optimal zum Dokumentieren von Wild geeignet. Ob man über das Smartphone ein Wild erlegt, muss jeder für sich selber entscheiden. Für eine Schussabgabe im Schusskanal auf dem Schießstand ist das für Schulungszwecke sicher vorstellbar. Nur muss die Optik weiter nach vorne montiert werden, dass ein „lockeres“ Schießen möglich ist.

Demnächst gibt es Bilder vom Feldversuch!

Link zu G-line: http://www.g-line.net