Revier Impressionen – Januar 2019

Der Januar 2019 war wohl eines der einprägensten Wintermonate, die wir im Revier miterleben durften. Mit einer kleinen chronologischen Fotostory wollen wir den Januar nochmal Revue passieren lassen.

Bei mehr als 100 cm Neuschnee finden Wild und Jäger nur mit großer Mühe zur Fütterung. Trotzdem ist es wichtig regelmäßig zu füttern. Bei dieser Witterung sind wir am liebsten zu zweit unterwegs, da kann man sich beim Spuren abwechseln und schont dabei seine Kräfte.

Auch wenn wir hier bereits zu den Schaufeln greifen mussten, konnten wir noch nicht ahnen, was in den nächsten Tagen und Wochen auf uns zukommen wird.

Wieder heftiger und dichter Schneefall im Revier, jetzt herrscht richtige Notzeit für das Wild.

Der Schneefall der letzten Tage hat sich nun wieder gelegt. Bei diesem Wetter wird es für uns zwar wieder etwas angenehmer, aber für das Wild bleibt es ein knüppelharter Überlebenskampf.

Bis zu 2 Meter Schnee und umgestürzte Bäume zieren das Revier. So schön auch die beschneiten Bäume auch aussehen, so gefährlich sind sie. Unheimliche Lasten müssen Äste und Wipfel tragen und ein stärkerer Wind bringt die Wipfel zum Brechen. Deshalb ist höchste Vorsicht geboten.

So viel Schnee, in so kurzer Zeit, gab es im Revier seit Jahrzehnten nicht mehr. Man glaubt gar nicht, dass hier eine unserer Fütterungen steht. Bis über die bereits sehr hohe Einzäunung ragt der Schnee und man fasst es kaum, dass hier sogar noch Betrieb herrscht.

Als Jäger ist man hier doch mehrere Stunden mit dem Füttern und Ausschaufeln beschäftigt, um den Rehen die richtig notwendige Hilfe zu geben. Meine Hochachtung an alle, die trotz der großen Strapazen alles für das Wild geben.

 

Heubewertung mit der Sinnenprüfung

Heu bzw. Grummet trägt nicht umsonst die Bezeichnung Grundfuttermittel und sollte für unser Wild selbstverständlich von bester Qualität sein.

Jeder Jäger ist natürlich (am Anfang) von seinem Heu überzeugt und so mancher wundert sich vielleicht wenn dieses vom Wild nicht wie gewünscht angenommen wird. Das mag unter anderem auch daran liegen, dass das Gefüge vom Heu für das zu fütternde Wild oder gar die Qualität nicht ausreichend ist.

Dabei kann man mit seinen Sinnesorgangen (mittels Hände, Augen und Nase) einfach und schnell selber sein Heu prüfen, dazu wird der ÖAG-Schlüssel von 2001 angewendet.

Gegliedert wird die Sinnenprüfung (ÖAG-Schlüssel, 2001) in den Teilen Geruch, Farbe, Gefüge und Verunreinigung.

1. Geruch Punkte
außerordentlich guter, aromatischer Heugeruch 5
guter, aromatischer Heugeruch 3
fad bis geruchlos 1
schwach muffig, brandig 0
stark muffig (schimmelig) oder faulig -3

Mögliche Fehlerursachen für 1 oder weniger Punkte:
Zu feucht nach dem Mähen eingelagert, verregnetes/nass, enthält Gülle- oder Mistreste, Hitzeschädigung, Lager verpilzt, Lager zu feucht, direkter Kontakt mit der Erde.

2. Farbe Punkte
einwandfrei, wenig verfärbt 5
verfärbt, ausgeblichen 3
stark ausgeblichen 1
gebräunt bis schwärzlich oder schwach schimmelig 0

Mögliche Fehlerursachen für 1 oder weniger Punkte:
Hitzeschädigung, Lager verpilzt, Lager zu feucht, Fäulnis.

3. Gefüge Punkte
blattreich (Klee-, Kräuter und Grasblätter enthalten, ebenso Knospen und Blütenstände), weich und zart im Griff 7
blattärmer, wenig harte Stängel, etwas hart im Griff 5
sehr blattarm, viele harte Stängel, rau und steif im Griff 2
fast blattlos, viele verholzte Stängel, grob und überständig 0

Mögliche Fehlerursachen für 2 oder weniger Punkte:
Später Nutzungszeitpunkt und Zerstörung der Blätter bei der Heuernte.

4. Verunreinigung Punkte
keine (keine Staubentwicklung) 3
mittlere (geringe Staubentwicklung) 1
starke (Erde- bzw. Mistreste) 0

Mögliche Fehlerursachen für 1 oder weniger Punkte:
Schnitthöhe unter 5 cm (Tief- bzw. Rasierschnitt), Erdige aufgenommen, unsachgemäßer Einsatz von Dünger.

Werden alle diese Punkte addiert, ergeben sie mittels Punkteschlüssel folgende Güteklasse:

Punkte Güteklasse Wertminderung
16 bis 20  1 – gut bis sehr gut gering
10 bis 15 2 – befriedigend mittel
5 bis 9 3 – mäßig hoch
-3 bis 4 4 – verdorben sehr hoch

Dem Reh- und Rotwild darf kein mäßiges oder verdorbenes Futter vorgelegt werden!

Natürlich ist diese Methode stark personenabhängig und ergibt zwar nur einen Schätzwert, aber sie hat den Vorteil, dass man sie jederzeit schnell und vor allem ohne Labor durchführen kann – so kann man z.B. vor dem Kauf das Heu bzw. Grummet schnell beurteilen.

Test: Ennstaler Wildfutter

Lagerhaus-AltenmarktEs naht wieder die Fütterungszeit und somit auch die Zeit, um sich das Wildfutter für das Schalenwild anzuschaffen.

Wir Jäger sind verpflichtet, wenn Wild gefüttert wird, hier bestes Wildfutter vorzulegen. Hier soll insbesondere darauf geachtet werden, dass gentechnikfreies Wildfutter unserem heimischen Wild angeboten wird.

Wichtig für unsere Entscheidungsfindung war auch, dass die Hauptbestandteile vom Wildfutter aus Österreich kommen. Zusätzlich sollten auch noch wiederkäuergerechte bzw. strukturwirksame Rohfaserteile enthalten sein.

Genau diese Anforderung erfüllt das von uns gewählte Ennstaler Wildfutter.

Erfunden wurde das Ennstaler Wildfutter, federführend von Herrn Matthias Steger, im Lagerhaus Altenmarkt. Herr Matthias Steger beantwortete uns alle Fragen mit sehr viel Engagement und da merkte man sofort, dass dieses Wildfutter mit sehr viel Energie und Leidenschaft entwickelt wurde.

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Komponenten:

  • Mais als Energielieferant
  • Hafer (Energie und Rohfaser)
  • Sesam Kombi (Mineralstoffe, Eiweiß und Vitamine)
  • Luzernenheu – Rohfaser aus Niederösterreich
  • Apfeltrester, der Geschmacksträger

Zusammensetzung:

  • 14 % Rohprotein
  • 10 % Rohfaser
  • 1,35 % Calcium
  • 0,65 % Phosphor

Calciumarmes Wildfutter verleitet das Wild zum Verbiss an Hölzer, die eben sehr reich an Calcium sind. Ein Negativ-Beispiel wäre, wenn nur Getreide (Hafer, Mais) als Futter vorgelegt wird – das wäre arm an Calcium und enthielte viel Phosphor.
Aber durch das optimale Calcium/Phosphor Verhältnis von 2:1 beim Ennstaler Wildfutter werden Schäl- und Verbissschäden weitgehend verringert.

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Als Rohfaser ist im Ennstaler Wildfutter Luzernenheu aus Österreich enthalten. Das fördert die Wiederkautätigkeit und soll so eine Pansenübersäuerung verhindern. Von Beginn bis Ende der Fütterungszeit konnte bei uns eine sehr gut geformte Losung beobachtet werden.

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Was uns bei diesem Wildfutter aufgefallen ist, dass in den Fütterungsbereichen von allen Fütterungen sehr viel Ruhe und Entspannung unter dem Wild herrscht – auch wenn sich mehrere Böcke innerhalb der Fütterung befinden.

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Durch den geflockten Mais wurde es auch mit dem Federwild in der Fütterung ruhiger – die doch recht lauten Eichelhäher bedienten sich beim vorher verwendetet Wildfutter recht ordentlich beim Mais. Hat noch den Vorteil, dass sich nun auch weniger Vogelkot bei den Futtertrögen befindet.

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Auf Lockstoffe wie z.B. Anis wurde hier komplett verzichtet und trotzdem wurde das Futter vom ersten Tag an sehr gut angenommen.

Natürlich darf nicht unerwähnt bleiben, dass immer reichlich gutes und blattreiches Raufutter vorhanden sein muss.

Geliefert wird das Ennstaler Wildfutter in 30 kg Säcken, auf Paletten. Was hier auffällig ist, dass die 30 kg Futtersäcke um einiges größer sind, als die Säcke vom vorher verwendeten Futter. Das Ennstaler Wildfutter ist deutlich voluminöser. Aber auf Grund der letzten unterschiedlichen Winter kann hier keine Aussage getroffen werden, ob dadurch auch weniger Wildfutter verbraucht wurde.

Das Ennstaler Wildfutter wird bei uns auch heuer wieder zum Einsatz kommen. Für das gentechnikfreie Wildfutter aus unserer Region vergeben wir 5 von 5 Krickerl.
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Link zum Ennstaler Wildfutter
Link zum Lagerhaus Altenmarkt